Die Frage nach dem „menschgemachten Klimawandel“ beschäftigte die internationale Gemeinschaft über Jahrzehnte. Viele Forschungen weltweit seit den 1950er Jahren wiesen auf einen „menschgemachten“ Klimawandel hin. Zur Beratung dieser Ergebnisse wurde 1988 die 1. Weltklimakonferenz in Toronto einberufen und daraufhin, um die weltweiten Forschungen zum Klimawandel zu bündeln, der „Zwischenstaatliche Ausschuss über den Klimawandel“ ins Leben gerufen, besser bekannt unter der Abkürzung IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Aufgabe des IPCC ist es nicht, selbst Klimaforschung zu betreiben, sondern etwa alle fünf Jahre einen umfassenden, unparteiischen und transparenten Bericht über den Wissensstand zur Klimaforschung zu erstatten und dabei zu einem Konsens zu kommen.
An diesen Berichten sind hunderte Experten beteiligt, deren Ergebnisse werden wiederum von hunderten Gutachtern in zwei Durchgängen kontrolliert, was wiederum durch dutzende Herausgeber überwacht wird. Es gibt keine andere wissenschaftliche Publikation, an der vergleichbar viele Experten beteiligt sind. Bemerkenswert ist dabei, dass die Mitglieder des IPCC nicht nur Naturwissenschaftler, sondern auch Regierungsvertreter sind, darunter auch Vertreter der USA (größter Erdölverbraucher), Saudi-Arabiens (größter Erdölexporteur) und Chinas (größter Kohleverbraucher). Diese Vertreter können auch ihre Bedenken zu gewissen Formulierungen einbringen, was deswegen von Gewicht ist, weil IPCC-Berichte der Einstimmigkeit bedürfen. Gerade wegen des politischen Meinungsausgleichs genießen IPCC-Berichte weltweit eine hohe Zustimmung.
Während in den ersten beiden IPCC-Berichten (1990, 1995) noch Unsicherheit zum tatsächlichen menschgemachten Anteil am Klimawandel herrschte („erkennbarer menschlicher Einfluss auf das globale Klima“), kommt der letzte veröffentlichte Bericht, der fünfte Sachstandsbericht von 2014, zu folgenden Erkenntnissen:
• „Der Einfluss der Menschen auf das Klimasystem ist klar und die jüngsten anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen sind die höchsten in der Geschichte. Die jüngsten Klimaänderungen hatten weitverbreitete Folgen für natürliche Systeme und solche des Menschen.“
• „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig und viele der seit den 1950er Jahren beobachteten Veränderungen waren vorher über Jahrzehnte bis Jahrtausende nie aufgetreten. Die Atmosphäre und der Ozean haben sich erwärmt, die Schnee- und Eismengen sind zurückgegangen und der Meeresspiegel ist angestiegen.“
• „Die anthropogenen Treibhausgasemissionen sind seit der vorindustriellen Zeit angestiegen, hauptsächlich angetrieben durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, und sind nun höher als jemals zuvor. Dies hat zu atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas geführt, wie sie seit mindestens 800.000 Jahren noch nie vorgekommen sind. Ihre Auswirkungen wurden, in Kombination mit denen anderer anthropogener Treiber, im gesamten Klimasystem nachgewiesen und es ist äußerst wahrscheinlich, dass sie die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind.“
• „Seit ca. 1950 wurden Veränderungen vieler extremer Wetter- und Klimaereignisse beobachtet. Einige dieser Veränderungen wurden mit Einflüssen des Menschen in Verbindung gebracht, darunter ein Rückgang kalter Temperaturextreme, ein Anstieg warmer Temperaturextreme, eine Zunahme extrem hoher Meeresspiegel und ein Anstieg der Anzahl von Starkniederschlagsereignissen in etlichen Regionen.“
• Fortgesetzte Emissionen von Treibhausgasen werden eine weitere Erwärmung und langanhaltende Änderungen aller Komponenten des Klimasystems verursachen und damit die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden, weitverbreiteten und irreversiblen Folgen für Menschen und Ökosysteme erhöhen. Eine Begrenzung des Klimawandels würde erhebliche und anhaltende Minderungen der Treibhausgasemissionen erfordern, wodurch – verbunden mit Anpassung – die Risiken des Klimawandels begrenzt werden können.“